„Die Chancen sind größer als die Risiken“ - Kreiskonferenz 2012 wirft einen positiven Blick zurück und in die Zukunft

Am 18. Oktober 2012 hatte die AWO Chemnitz zur alljährlichen Kreiskonferenz ins Seniorenpflegeheim „Willy-Brandt-Haus“ gerufen. In diesem Jahr stand die Wahl eines neuen Vorstandes im Mittelpunkt und damit galt es, einen Rückblick auf die vergangenen vier Jahre zu wagen.

2012-10-18 kreiskonferenz-awo-chemnitz 01
2012-10-18 kreiskonferenz-awo-chemnitz 02

Der Vorstandsvorsitzende Dr. Thomas Schuler zeigte sich zufrieden mit der Arbeit des Vorstandes auch wenn er einräumte, dass „Verbesserungen immer möglich sind“. Die AWO konnte sich nicht nur als starker Partner für viele korporative Mitglieder etablieren (z. B. Die Chemnitzer Tafel), sondern es gab in Jahren der Kürzung öffentlicher Gelder einen Ausbau der Angebote der AWO: „Nicht nur verteidigen, sondern Neues schaffen“, bezeichnete Dr. Thomas Schuler diesen Umstand sehr treffend. Genannt sei an dieser Stelle das Stadtteilmanagement Reitbahnviertel (seit 2009), das Schülergericht (seit 2010) und die CheMida (seit 2011). Als Zeichen des Erfolges lassen sich auch die Höhepunkte der vergangenen Jahre anführen: z.B.der Neubau der Kita Grüna, die Festwoche anlässlich des 20. Jubiläums der Wiedergründung der AWO hier in Chemnitz und nicht zuletzt die Ausstellung „The Wonder Of Learning“ im Mai und Juni diesen Jahres. Die Umsetzung der Philosophie der Reggio-Pädagogik in Verbindung mit der eben genannten, weltbekannten Ausstellung zu diesem Thema, hat auch zur bundesweiten Beachtung unseres Kreisverbandes beigetragen. Das Konzept der betrieblichen Gesundheitsvorsorge innerhalb der AWO hat ebenso Aufmerksamkeit erregt und gipfelte in einem zweiten Platz im Wettbewerb „Gegen den Stress“ des Deutschen Netz Gesundheitsfördernder Krankenhäuser (DNGfK) sowie der Aufnahme als Best Practice-Beispiel in ein Kompendium des Bundesministeriums für Gesundheit.

Demgegenüber stehen jedoch auch einige Rückschläge: „Der Verlust des Rembrandt-Ecks ist sehr schmerzhaft gewesen,“ erklärte Dr. Thomas Schuler. „Und auch, dass wir es noch nicht geschafft haben, eine vierte Sozialstation ins Leben zu rufen, tut weh.“ Weitere offene Aufgaben sind neue Tarifabschlüsse für die Beschäftigten der AWO und ein Fortführen des Engagements für eine Verbesserung der Personalschlüssel in Kindertagesstätten und der Pflege. „Wir müssen offensiv mit unseren Möglichkeiten umgehen und Präsenz in der Gesellschaft zeigen,“ betonte der AWO-Vorstandsvorsitzende zum Abschluss noch einmal besonders. „Nur so können wir noch besser werden und Zeichen setzen.“

In ähnlichen Worten resümierte AWO-Geschäftsführer Jürgen Tautz die Entwicklungen der letzten vier Jahre. Die gute Arbeit aller Einrichtungen im Verband zeigt sich immer wieder in den regelmäßig stattfindenden Qualitätsprüfungen. Erst unlängst bekam das Willy-Brandt-Haus vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen die Traumnote 1,0 verliehen. Um die hohen Qualitätsstandards zu halten und die aus Überlastung der Mitarbeiter resultierenden psychischen und physischen Erkrankungen zu vermindern, ist es wichtig, dass sich die AWO für eine Verbesserung der Pflegesituation stark macht. Erst am 17. Oktober 2012 ist dies im Rahmen des Aktionstages „Pflege braucht Zeit“ zusammen mit der LIGA der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege geschehen. „Wir als AWO sind ein sozialpolitischer Interessenvertreter und müssen Aktionen durchführen, die wahrgenommen werden“, sagte Jürgen Tautz. Trotz der schwindenden Regelfinanzierung sozialer Leistungen seitens des Landes bzw. der Kommune kann der Kreisverband auf eine stabile wirtschaftliche Entwicklung zurückblicken. Dies wurde den anwesenden Mitgliedern auch von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft A.V.A.T.I.S bestätigt. Die Grundlage für eine weiterführende, gute Arbeit ist demnach gegeben, so dass „die Chancen größer als die Risiken sind“ stellte Jürgen Tautz zum Abschluss seines Berichtes fest. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt dennoch bestehen: Von den für 2013 im EKKO I festgelegten Kürzungen, ist auch der Kinder- und Jugendtreff „Fokus“ in Glösa betroffen.

Im Anschluss an die verschiedenen Berichte sowie die Entlastung des Vorstandes stand die Wahl eines neuen Vorstandes auf der Tagesordnung. In vier Wahlgängen konnten die Mitglieder über den Vorstandsvorsitzenden, seine Stellvertreter, die Beisitzer und Revisoren entscheiden. Sowohl Dr. Thomas Schuler als Vorstandsvorsitzender als auch seine beiden Stellvertreter Gunter Voigt und Reinhold Deuchler wurden mehrheitlich in ihre Ämter wiedergewählt. Auch die beiden Revisoren Eva Strinitz und Winfried Fritzsche erhielten erneut das Vertrauen. Da sich einige Vorstandsmitglieder nicht wieder zur Wahl stellten, gibt es in den Reihen der Beisitzer vier neue Gesichter zu begrüßen: Daniela Vieweg, Gieslinde Fleischer, Andreas Georgi und Frank Prager wurden erstmalig in den Vorstand gewählt. Ihre Arbeit als Beisitzer fortsetzen werden Ursula Steinert und Dr. Elke Stadler. Damit steht der Vorstand für die nächsten vier Jahre fest und kann seine Arbeit aufnehmen.