Pressemitteilung

Mit vereinten Kräften: solaris FZU und AWO Chemnitz erhalten Chemnitzer Kunstfabrik

Die Chemnitzer Kunstfabrik (kurz: KuFa) besteht seit 1991 und ist seitdem ein etablierter Bestandteil der Jugendhilfelandschaft in Chemnitz. Zahlreiche junge Menschen zwischen 6 und 26 Jahren nehmen hier kreative, kulturelle und soziale Angebote wahr. Sie leistet darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zur integrativen außerschulischen Jugendbildung, zur Berufs- bzw. Studienorientierung, als Ort des Ehrenamts und Einsatzstelle für Freiwilligendienste sowie als Vernetzungspunkt mit anderen Einrichtungen im Stadtgebiet im Sinne der sozialen Kunst. Insbesondere für zahlreiche Menschen mit Handicap ist sie eine feste Adresse in deren Wochenalltag geworden und bietet ihnen die Möglichkeit, sich frei auszuprobieren und auszuleben. Speziell das Gemeinschaftserlebnis trägt wesentlich zur sozialen Integration und zur Förderung des individuellen Selbstvertrauens sowie der Persönlichkeitsbildung bei.

Zum zweiten Mal in den 35 Jahren ihres Bestehens stellen Umzugserfordernisse für die KuFa eine große existenzielle Herausforderung dar – erneut mit positivem Ausgang. Bereits im Jahr 2005 stand die KuFa, zu dieser Zeit in städtischer Trägerschaft, an ihrem damaligen Standort im Stadtteil Glösa ohne dortige Weiternutzungsperspektive schon einmal vor einer äußerst ungewissen Zukunft. Damals erklärte sich die solaris Förderzentrum für Jugend und Umwelt gGmbH Sachsen (solaris FZU) als freier Träger Kinder- und Jugendhilfe in Chemnitz bereit, der KuFa im solaris Technologie- und Gewerbepark im Stadtteil Kappel ein neues zu Hause zu geben. Dank dieser Initiative konnte die KuFa in repräsentativen, fabrikartigen Räumen in der Neefestraße 82 in den folgenden zwei Jahrzehnten ihr einzigartiges Wirken fortsetzen.

In diesem Jahr musste sich die Kufa erneut einer essentiellen Existenzfrage stellen, da der Mietvertrag für den Standort Neefestraße 82 Ende Juni 2026 ohne Verlängerungsmöglichkeit ausläuft. Pläne eines Umzugs der KuFa innerhalb des solaris Technologie- und Gewerbeparks scheiterten an zu hohen Kosten für einen Umbau alternativer Räumlichkeiten. Auch eine von solaris FZU in Zusammenarbeit mit der Sparkasse Chemnitz für die KuFa ins Leben gerufene Crowdfunding-Aktion vermochte es dabei leider nicht, auf dem Wege des stadtgesellschaftlichen Engagements hinreichend Spendengelder für einen solchen Umzug in Kappel einzuwerben. Um die KuFa dennoch nicht für immer schließen zu müssen, einigten sich solaris FZU und die AWO Soziale Dienste Chemnitz und Umgebung gGmbH (AWO Chemnitz) in Eigeninitiative kooperativ auf die alternative Möglichkeit eines kurzfristigen Umzugs an einen neuen Standort mittels Wechsel der Trägerschaft für das traditionsreichen Jugendhilfeprojektes. Nach dem gestrigen positiven Votum des Chemnitzer Jugendhilfeausschusses als jugendpolitischem Entscheidungsgremium, darf die AWO Chemnitz zum 01. Juli 2026 den kommunal geförderten KuFa-Betrieb übernehmen, der ab dann im Stadtteil Sonnenberg ein neues zu Hause haben wird. Am dortigen Kreativ-Hub Stadtwirtschaft in der Schüffnerstraße 1 wird die KuFa geeignete Räume nutzen können. Derzeit laufen die notwendigen Umzugsarbeiten. Die KuFa ist deswegen bis zum Monatsende geschlossen.

Die Chemnitzer Kunstfabrik wird so ab Juli 2026 am neuen Standort in der Stadtwirtschaft Chemnitz ihre einzigartige inklusive Arbeit mit offenen Werkstattangeboten fortsetzen. Dabei bleiben auch das bekannte KuFa-Team sowie die gewohnten Öffnungszeiten (Mo – Fr 14.00 bis 20.00 Uhr, Mi bis 22.00 Uhr) erhalten, sodass für Besucherinnen und Besucher möglichst viel Kontinuität gewahrt werden kann. Ziel aller Beteiligten ist es, den Übergang für die jungen Menschen, Familien und Netzwerkpartner so unkompliziert wie möglich zu gestalten.
Mit der nun gemeinsam gefundenen Lösung zeigen solaris FZU und die AWO Chemnitz als gemeinwesensorientierte Unternehmen ein außergewöhnliches Engagement zum Wohle des lebendigen sozialen Miteinanders und nehmen dabei auch eigene Belastungen in Kauf, um die KuFa trotz schwieriger Bedingungen für Chemnitz zu erhalten. In Zeiten eines stetig wachsenden Spardrucks aufgrund knapper werdender öffentlicher Finanzmittel, ist dies auch ein deutliches Bekenntnis zum unschätzbaren Wert lebensweltnaher außerschulischer Jugendbildungsarbeit in unserer Stadt.


Kontakte:

  • solaris Förderzentrum für Jugend und Umwelt gGmbH Sachsen
  • Christian Wiesel (Öffentlichkeitsarbeit | Projektkoordination)
  • Tel.: 0371 3685700
  • Mobil: 0176 13810812
  • E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

  • AWO Soziale Dienste Chemnitz und Umgebung gGmbH
  • Ines Neubert (Geschäftsführerin)
  • Tel.: 0371 6956100
  • E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.